Was Dankbarkeit mit Glück zu tun hat

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„Nicht die Glücklichen sind dankbar. Es sind die Dankbaren, die glücklich sind.“

(Francis Bacon)

Fällt Ihnen auch manchmal auf, dass Sie die „negative Brille“ aufhaben, jedes Haar in der Suppe finden und sich über die Fliege an der Wand aufregen?

Unsere Sichtweise auf die Dinge beeinflusst unsere Gefühlswelt, nicht die Dinge selbst. Ein Schlüssel zum Glück ist daher die Dankbarkeit. Dankbarkeit als Einstellung bedeutet, den Fokus der Aufmerksamkeit zu verschieben auf die Dinge, für die ich dankbar bin, anstatt mich auf das zu konzentrieren, was mir fehlt.

Dankbarkeit in der Forschung

Eines der wichtigsten Experimente in Bezug auf die Dankbarkeit wurde 2003 von Robert Emmons und Michael McCullough durchgeführt. Die Versuchsteilnehmer wurden in drei Gruppen unterteilt: Die erste Gruppe wurde dazu angehalten, einmal pro Woche fünf Dinge oder Vorkommnisse aufzuschreiben, für die sie dankbar waren. Die zweite Gruppe wurde gebeten, wöchentlich die Schwierigkeiten und Ärgernisse zu notieren, die ihr begegnet waren. Die dritte Gruppe sollte stattdessen fünf alltägliche Dinge oder Vorkommnisse aufschreiben. Der Versuchsaufbau war einfach, aber die Ergebnisse nach zehn Wochen eindeutig. Jene, die das Dankbarkeitstagebuch geführt hatten, wiesen bei den psychologischen Befragungen messbar mehr Optimismus auf als die Probanden der anderen beiden Gruppen. Sie fühlten sich vital und verspürten mehr Lebensfreude. Körperliche Symptome wie Bauch- oder Kopfschmerzen, Schwindel oder Muskelverspannungen hatten sich reduziert, sie gingen seltener zum Arzt, schliefen länger und besser. Auch ihre Fitness war besser geworden, und sie trieben messbar mehr Sport als die Vergleichsgruppen.

Die Ergebnisse anderer Studien von Martin Seligman Studien weisen jedoch darauf hin, dass für eine dauerhafte Steigerung des Wohlbefindens eine einmalige Dankbarkeits-Aktion nicht ausreicht, sondern das regelmäßige Praktizieren von Dankbarkeitsübungen nötig ist.

Sichtet man die weitere wissenschaftliche Forschung, dann zeigt sich generell, dass Dankbarkeit nachweislich grundlegend für Lebenszufriedenheit und psychische Gesundheit ist. Untersuchungen zeigen, dass Menschen mit ausgeprägter Dankbarkeit glücklicher und zufriedener mit ihrem Leben sind. Gleichzeitig sind sie weniger ängstlich, neidisch und weniger depressiv.

Sie sind empathischer, nachsichtiger, hilfsbereiter und weniger auf materielle Ziele fokussiert als Menschen mit geringer Dankbarkeit.

Unsere Sichtweise beeinflusst unsere Gefühle

Dankbarkeit führt zum einen dazu, dass wir unserer Umwelt und unserem Leben (wieder) mit

mehr Wertschätzung gegenüber treten. Wir tendieren dazu, gewisse Dinge in unserem Leben als selbstverständlich anzusehen. Genieße ich zum Beispiel ganz bewusst meine morgendliche Dusche und freue mich, dass heißes Wasser auf Knopfdruck aus der Leitung kommt, oder erfüllt sie nur noch den Zweck, mich zu säubern und in Schwung zu bringen?

Dankbarkeit ist in vielen Fällen nur eine andere Betrachtungsweise mit sehr wohltuender Wirkung. Im normalen Alltagsleben fokussieren wir uns leider oft auf die Probleme, die gelöst werden müssen, und auf alles, was zum Glücklichsein noch fehlt. Wenn ein Mensch den größten Teil seines Tages damit verbringt, sich auf genau diese Dinge zu konzentrieren, ist es nur nachvollziehbar, dass er abends kein gutes Bild vom Tag im Kopf hat und froh ist, dass er vorüber ist. Fokussiert sich der Mensch jedoch auf die schönen Dinge, also die, für die er dankbar ist, so ergibt sich am Ende des Tages ein ganz anderes Bild. Wer es schafft, bewusst und von Herzen aus dankbar für die eigenen Lebensumstände zu sein, gehört zu den glücklichen Menschen.

Besonders negative Erinnerungen, die einen immer wieder verfolgen, ob am Tag oder bei Nacht, werden durch mehr Dankbarkeit tatsächlich geschwächt. Je größer die Wertschätzung für das ist, was wir haben, desto unwichtiger erscheinen uns negative vergangene Erfahrungen. Wenn wir für das dankbar sind, was uns gegeben ist, nehmen wir den alten Gedanken den Platz und reduzieren damit ihre Häufigkeit und auch ihre Intensität.

Mehr Dankbarkeit in unser Leben bringen

Wie oben beschrieben, gewöhnen wir uns schnell an Dinge, über die wir uns anfangs gefreut haben. Wir erleben sie irgendwann als selbstverständlich. Die Sichtweise zu verändern und dadurch Dankbarkeit und Glück zu empfinden, ist daher anfangs manchmal gar nicht so einfach, besonders dann, wenn wir gerade die negative Brille aufhaben. Die gute Nachricht: Wie so viele Dinge lässt sich auch die Dankbarkeit trainieren. Im nächsten Blogbeitrag stelle ich beispielhaft drei Übungen vor.

Außerdem werden Sie auf meinem Facebook-Profil in den nächsten Tagen Beiträge zu weiteren Übungen und meinen Erfahrungen damit finden. Schauen Sie also gerne auch dort vorbei.

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